Die Tour

1. Tag: Wien - Arnoldstein

Wie immer satteln wir in Wien unsere Bikes und starten den Urlaub in der Tiefgarage. Der beste Moment des Jahres! Es geht über die A2 und die S6 Richtung Süden. Nach dem traditionellen Frühstück bei der Tankstelle am Semmering (immer, wenn wir in den Süden fahren!) geht es durch die Steiermark und Kärnten weiter bis Griffen, wo wir bei 32°C etwas Zeit im Schatten der mittelalterlichen *BURGRUINE GRIFFEN* verbringen. Aber dann schnell weiter! Schwarze Wolken und ein Gewitter ziehen auf.

Über die A2 weiter über Klagenfurt und Villach. Tipp: Rast am Wörthersee und die sensationelle Aussicht von der Raststation über den See genießen! Abends treffen wir in Agoritschach bei Arnoldstein ein. Das Unwetter war nicht gekommen und so erholen wir uns bei einem Spaziergang in der absolut ruhigen Umgebung. Wir bekommen Kärntner Hauswürste, Bier und Schnaps von der Zimmerwirtin und beenden glücklich diesen ersten Tag.
Tageskilometer: 375 km

2. Tag: Arnoldstein - Ravenna

Wir starten früh bei regnerischen 18°C und geben Gas, denn wir wollen in *VENEDIG* unseren Freund Manfred treffen. Rasant geht es über die Autostrada "Alpe-Adria" (A23) im Kanaltal. In *UDINE* hört es endlich zu nieseln auf, als wir auf der A4 einmünden. Wir cruisen entspannt nach Venedig und pausieren dann lange mit Manni in einem Cafe auf der Piazzale Roma. Das taugt uns!

Später geht es mit perfekten 28°C über die gut ausgebaute SS309 weiter und vorbei an Chioggia und Comacchio nach *RAVENNA*, wo wir unser Quartier schnell finden. Eine kalte Dusche erfrischt uns nach der Hitze und wir besuchen die frühmittelalterlichen Bauten um die *PIAZZA DEL POPOLO* und das byzanthinische *MAUSOLEUM* der Galla Placidia von 430 a.D. mit seinen weltberühmten Mosaiken. Dann bekommen wir Hunger und schauen in unser Hotelrestaurant. Die Preise sind irre, also gehen wir nochmals in die Innenstadt. Auf der Piazza lassen wir den Abend dann bei gutem und leistbarem Essen ausklingen.
Tageskilometer: 412 km

3. Tag: Ravenna - San Marino - Ancona

Sommerwetter! Wir cruisen über die SS16 nach Rimini, das wir nach 53 km erreichen. Beim *ANFITEATRO* gibts erstmal Melonen gegen den Durst und wir dann biegen rechts auf die SS72 ab. Nach nur 25 km betreten wir die *ALTSTADT* von San Marino auf dem *MONTE TITANO*, in die wir uns schon 2009 verliebt haben. Jetzt aber Kaffeepause in "unserem Café" auf der Piazzetta del Titano! Was für ein Ausblick! Die Stadt kennen wir schon, daher verzichten wir auf eine Besichtigung der mit 1700 Jahren ältesten Republik der Welt.

Über enge, steile und unübersichtliche Wege mit großartigem Panorama geht es durch die Marken, vorbei an Fornace, Santa Maria del Monte und wir erreichen nach 70 km Pesaro. Nach einer kurzen Erholungspause (Melonen!) cruisen wir vorbei an Fano über die gut ausgebaute Küstenstraße SS16 nach Ancona. Wir checken im Hotel ein und genießen erstmal eine kalte Dusche und machen uns stadtfein. Später bummeln wir durch den Hafen in die Altstadt. In der Corso Giuseppe Garibaldi finden wir ein romantisches Abendessen bei "Giuliani" - mit Blick auf die beleuchtete Fähre der Minoan Lines, die schon auf uns wartet!
Tageskilometer: 200 km

4. Tag: Auf der Fähre nach Igoumenitsa

Da uns die erste  18-stündige Fährenfahrt bevorsteht, packen wir einige Ausrüstung aus den Seitenkoffern in griffbereite Nähe. Der Hafen ist nur 2,5 km vom Hotel entfernt, das wir uns auch wegen dieser Hafennähe ausgesucht haben. Um 11:00 befahren wir die Fähre, zurren unsere Bikes mit den bekannten Spanngurten fest und suchen unsere gebuchten "Pullman-Sit ze" auf Deck 7. Die Fähre legt um 14:10 ab, bei herrlichem Wetter und einem sensationellen Blick auf Ancona von oben. Mann, ist so eine Fähre hoch! Die Häuser schauen aus wie Spielzeug, als die Fähre schwerfällig Richtung Meer dreht.

Wir genießen den Nachmittag und den Abend am Aussichtsdeck 11 und plaudern mit aufgeregten Menschen, die spontan auf die Ancona-Fähre umgebucht worden waren, da die Triest-Fähren nach Patras aus finanziellen Gründen eingestellt worden waren (Griechenland-Krise!). Nach einigen Flaschen "Mythos"-Bier an Deck 11 gehen wir schlafen. Wir stellen bald fest, dass die "Pullman-Sitze" zwar gemütlich zum Sitzen aber völlig ungeeignet zum Schlafen sind. Um eine Mütze Schlaf zu bekommen, übersiedeln wir letztendlich auf den Teppichboden, auf den wir unsere Motorradklamotten ausgebreitet haben. 

5. Tag: Igoumenitsa - Lefkada

Um 7:00 ist Land in Sicht! Wir haben sehr wenig geschlafen und ärgern uns über die Geldverschwendung bei Buchung dieser "Pullman-Sitze". Die nächsten 1,5 Stunden trinken wir viel, sehr viel Kaffee.  Als wir zum Autodeck gerufen werden, wird uns bewusst, dass wir zwischen wenigen LKWs die einzigen 2 Motorräder waren! Sowas haben wir in einer Fähre noch nie erlebt! Als die Luke aufgeht, sind wir die einzigen zwei Touristen, die das leere Schiff verlassen. Auch der Hafen in Igoumenitsa ist um 9:00 vollkommen menschenleer... Was erwartet uns in diesem krisengeschüttelten Land?

Nach dem Frühstück in einem netten Hafencafe fahren wir bei knapp über 30°C über die kurven- und aussichtsreiche Küstenstraße und ab Morfi auf der B18 nach Preveza.  Durch den "Aktio-Preveza Underground Tunnel" (Maut 3 €) erreichen wir Lefkada. Nach nur 10 km herrlicher Küstenstraße Richtung Süden erreichen wir um 14:00 unser Quartier in Nikiana, wo wir mit kalten Getränken und frischen Melonen empfangen werden. Wir sind die einzigen Touristen hier und haben das Haus für uns alleine. Heiss ist´s! Der Chef muss noch die Klimaanlage in unserem Zimmer reparieren aber dann ist Erholung und Erfrischung angesagt. Wir bummeln durch den Ort, lungern in Cafés herum und abends finden wir die romantische Taverne "Pantazis" am Strand! Auch dort sind wir die einzigen Gäste und der Wirt freut sich, uns mit seinen Spezialitäten zu verwöhnen. Man merkt den Menschen und dem Land an, wie es politisch und finanziell derzeit aussieht...
Tageskilometer: 127 km

6. - 8. Tag: Lefkada

Nach dem fulminanten späten Frühstück (wir müssen noch etwas Schlaf von der Fähre nachholen!) entspannen wir im Hotel. Es hat bereits weit über 30°C als wir uns für einen Badetag am Strand von Kathisma entscheiden, den ein alter Grieche im Café uns am Vorabend empfohlen hat. Wir fahren Richtung Norden immer die Küste entlang und umrunden quasi die Insel und nach 35 km haben wir den weißen und menschenleeren Strand gefunden. Es hat nun 39°C und wir verbringen den Tag im Wasser. Das ist Griechenland! Großartiges Essen in einer Strandtaverne und viel Ouzo im Café neben unserem Quartier beenden den Tag. 

Am nächsten Tag cruisen wir bei 35°C die Küstenstrasse südlich entlang, über Nidri erreichen wir Vasiliki. Ein winziges romantisches Fischernest! Wir gönnen uns erst einmal sensationelle fluffige Waffeln mit Eis und Früchten, bevor wir das Dorf erkunden. Bei  Germanos (ja, ein Deutscher, der hierher ausgewandert ist!) essen wir guten Fisch und er erzählt, dass die Buchungslage um 40% schlechter ist als in anderen Saisonen. Schlimm! Später cruisen wir die Serpentinen hoch nach Agios Petros. Wir fahren durch die Inseleinsamkeit, vorbei an Exanthia und Karya und unbeschriebene enge und steile Wege führen uns durch das Bergland zu ursprünglichen Dörfern, wo alte Griechen vor den Häusern Brettspiele spielen und schwarzgekleidete Frauen Kinder beaufsichtigen. Irgendwann erblicken wir von oben Scorpio, die Onassis-Insel und irgendwie kommen wir durch dichtes Unterholz und verwachsene Wege unten bei Nidri an der Küste heraus.

Am Weg hinunter helfen wir noch einem holländischen Pärchen, die sich ohne jede Zweiraderfahrung zwei Vespas geliehen haben und nun ziemlich verzweifelt - sie ist bereits einigermaßen verheult und er auch unentspannt - sich nicht mehr trauen, hinunterzufahren. Was denken die sich eigentlich dabei? Mobbed ausleihen, vom Verleiher den Gashebel zeigen lassen und in die Berge fahren?! Unverantwortlich! Naja, Holländer sind ja Berge gewohnt...

Wir fahren nach dieser Rettungsaktion schnell ins Quartier, legen luftiges Sommergewand an und verbringen den Abend - mit von Dorngebüsch zerkratzten Beinen - in einer romantischen Taverne am Meer.
Der dritte Tag ist noch einmal ein reiner Badetag. Der Strand von Nidri "Desimi Beach" ist nur 7 km entfernt und so faulenzen wir den ganzen Tag am Strand, bevor wir etwas sentimental unseren letzten Abend auf dieser wunderschönen aber in diesem Sommer touristenfreien und menschenleeren Insel genießen...
Kilometer: 160 km

9. Tag: Lefkada - Metsovo

Bei 35°C verlassen wir das liebgewonnene Quartier mit den netten Menschen Richtung Preveza auf der schmalen B42. Nach Mitikas scharf rechts und nun sind es nur mehr wenige Kilometer bis *NIKOPOLI*. 31 v.Chr. von Kaiser Augustus erbaut markiert diese Stadt Kleopatras Niederlage bei Actium. (Die heute Stadt Aktio ist gleich in der Nähe.) Nach einer Besichtigung geht es weiter auf der B21 über Louros und die Täler von Epirus. Brütende Hitze bei mittlerweile 41°C!

Wir cruisen bis kurz vor Ioannina und dann die alte Straße B6 nach Metsovo. Dieser Single Track ist eng, staubig, kurvig und das alles bei dieser Hitze! Aber die Aussicht ins Pindos-Gebirge (schneebedeckte Gipfel!) erinnert uns daran, dass es hier Ski-Eldorados gibt! Für die 70 km ab Ioannina brauchen wir 1,5 Stunden und dann haben wir es endlich geschafft. Gutes Essen und eine interessante jüngere Geschichte in dieser bunten Kleinstadt in den Bergen! Wenige Stunden später sitzen wir in dicke Decken gehüllt am Balkon unseres Quartiers, es hat nur mehr 13°C ...
Tageskilometer: 186 km

10. Tag: Metsovo - Florina

Wir starten bei feinen 20°C Richtung Kalambaka. Da wir dringend eine Tankstelle suchen, nehmen wir die E90 "Egnatia" Richtung Osten. Nach etwa 60 km (+ 40 km Umweg wegen der Tankstelle) bei der Ausfahrt "Trikala" wechseln wir auf die E92 und ab nun sind es noch 45 km bis Kalambaka. Wir machen Tempo, denn nun geht es an die Besichtigung der weltberühmten *METEORA-KLÖSTER*. Nach einer Rast im Café fahren wir noch 6 km zwischen den Felsnadeln hoch, auf denen unzählige Klöster thronen. Ein unglaublicher Anblick! Wir besichtigen das 1334 a.D. erbaute *MEGÀLO METÈORE* und nehmen uns dafür Zeit. (Achtung: Frauen müssen Röcke tragen oder zumindest ein Tuch über die Bikerkluft wickeln! Man bekommt eine bunte Auswahl an Tüchern beim Eingang.) Mit Strickleitern erklimmen die Mönche ihr Heim...

Später geht es auf geschwungenen Landstraßen gemählich nordwärts etwa 66 km bis Grevena. Dort kaufen wir bei einem Bauern Wassermelonen gegen den Hunger und Durst. Die Temperatur ist schon ein Wahnsinn, wenn man aus Sicherheitsgründen zumindest Teile der Motorradkluft angezogen hat! 

Über die E90 geht es trotz Hitze und Sturm zügig weiter über die Ebenen von Eordea über Kozani und Ptolemaida nach Florina. Unser Quartier ist einfach, aber die Klimaanlage arbeitet auf Hochtouren, während wir den Wassertank des Hotels für unsere kalte Dusche leeren! Hier wohnen übrigens Makedonier (keine Griechen!) und die Stadt hat eine unglaublich interessante Geschichte seit der Oma von Alexander dem Großen. So bissen sich zum Beispiel auch Hitlers SS-Schergen an der wehrhaften Bevölkerung die Zähne aus. :-)

Nach intensiven Geschichtsstunden in der Taverne durch den politisch engagierten Wirt und viel Ouzo in der örtlichen Lokalmeile gehen wir erschöpft von der Hitze schlafen. (Wir knabbern noch länger an der erteilten Rüge, dass wir nicht morgen nach Mazedonien fahren werden, sondern dass wir bereits in Mazedonien sind! Wir sollen uns nicht von diesen lächerlichen politischen Grenzen zwischen den Ländern beeindrucken lassen und die Mazedonier "da drüben" sollen bitte endlich einsehen, dass ihr Land eine, nein, DIE wichtigste griechische Provinz ist!)
Tageskilometer: 325 km

11. Tag: Florina - Ohrid

Dieser Tag beginnt bereits mit 32°C und wir steuern 16 km zum Grenzübergang nach Niki. Wir folgen dabei den Schildern "Yugoslawien", die hier verrostet aber immer noch funktionstüchtig überall angebracht sind. (Auch schon ca. 20 Jahre lang her, das gewaltsame Ende dieses Staatenbundes!) Uns fällt die extrem gastfreundliche Begrüßung an der mazedonischen Grenze auf! Da gibt es Gastgeschenke wie Straßenkarten, eine Übersicht der Verkehrsvorschriften, Postkarten, Lesezeichen und Mineralwasser. Die Straßen in Mazedonien sind übrigens gut ausgebaut, der Asphalt vielleicht ein wenig rauh.

Nach weiteren 16 km sind wir in der Universitätstadt Bitola. Wir verfahren uns etwas - wir können die kyrillische Schrift nicht gut lesen - und in einem Kreisverkehr lernen wir Goce kennen. Einen Polizisten, der jahrelang in Österreich als Bauarbeiter gearbeitet hat. Wir bleiben auf einige Getränke und noch mehr Gesprächsthemen mit ihm in einem Straßencafe sitzen! Wir haben dort einen Freund gewonnen, aber mehr davon in unserem Blog.

Über die kurvige A3, quer durch die dichten und unbewohnten Waldgebiete im Nationalpark von Baba, erreichen wir nach 70 km am frühen Abend *OHRID* am gleichnamigen See. Nach äußerst gastfreundlichem Empfang im Quartier besichtigen wir noch die *FESTUNG von Zar Samuil* aus 992 a.D. sowie den *PLAOSNIK*, den heiligen Berg mit zahlreichen uralten Kirchen. Das Panorama über den (fast) ältesten See der Welt ist atemberaubend! Illyrer, Makedonier, Griechen, Römer, Bulgaren, Serben, Osmanen und Jugoslawen haben in dieser Stadt ihre Spuren hinterlassen. Faszinierend! Wir lassen den Abend mit einem deftigen Essen am See-Ufer ausklingen. Romantisch!
Tageskilometer: 115 km

12. Tag: Ohrid - Shkoder

Am Vormittag verlassen wir bei 32°C Boban und seine Familie. Über Struga erreichen wir nach 30 km die albanische Grenze bei Kjafasan. Es fühlt sich an wie eine andere Welt, dieses Land! Wir durchqueren das kurvenreiche wie menschenleere Shkumbin-Tal. Räudige Wölfe begleiten uns und wir erkennen einige Bunker aus der Zeit von Enver Hoxha. Wir folgen der schmalen E852 bis Elbasan, wo wir nach 100 km erstmals Pause machen.

Die Menschen hier wirken wenig gastfreundlich, also brechen wir bald wieder auf. Irgendwann haben wir uns dann verfahren. In diesem bettelarmen "Dorf ohne Namen" laufen uns zerlumpte Kinder nach und mißtrauische Blicke verfolgen uns. Wir fühlen uns mies mit unseren im Sonnenschein glänzenden Motorrädern, jedes einzelne mehr wert als ein Jahresgehalt der Arbeiter hier. Die Schlaglöcher erreichen im Ortszentrum "Transalp-Größe" - wenn wir da hineinfallen, kommen wir nie wieder raus!

Irgendwie schaffen wir es aus diesem Dorf und folgen der SH7 durch Rrogozhine 80 km Richtung *DURRES*, wo römische Ausgrabungen locken. Jedoch geben wir diesen Plan hitze- und verkehrsbedingt auf, es hat mittlerweile 42°C. Macht nichts, ein Kollosseum haben wir in Rom schon gesehen! Stattdessen rasten wir im guten und stark klimatisierten Restaurant "Nordpark" bei Kruja an der SH52, wo wir köstliche "Polenta Bolognese" bekommen und einen gratis Obstteller zum Dessert.

Wir schmieren uns wieder (zum wievielten mal heute?) mit Sonnencreme LSF 50 ein, bevor wir im T-Shirt weiterfahren und zwar entlang der E762 und E851, die keine Autobahn ist, auch wenn sie so heißt! Spannend, wenn man so locker mit 100km/h über ganz guten Asphalt dahinfährt und die Straße plötzlich und vorwarnungslos in einen geschotterten Feldweg übergeht! Über *LEZHE* und seine mittelalterlichen Anlagen erreichen wir am frühen Abend Shkoder. Auf eine Besichtigung der Burg *ROZAFA* mit ihrer gruseligen Baugeschichte verzichten wir bei 43°C. Wow, es ist wirklich heiß hier! Da unser Quartier auch ein Ethnologisches Museum ist, haben wir "zu Hause" genug zu sehen und wir beenden den Abend im Gastgarten des Hotels bei deftigem und sehr fleischlastigen albanischem Essen.

Auf Grund der historischen Bedeutung des Hauses gibts keine Klimaanlage, was uns zuerst in Verzweiflung stürzt. Jedoch macht Not erfinderisch und ein starker Ventilator vor dem geöffneten Mini-Kühlschrank tut auch ganz gut seinen Dienst. Den Rest besorgen nasse Handtücher, mit denen wir uns bedecken, und so finden wir einigermaßen erholsamen Schlaf.
Tageskilometer: 282 km

13. Tag: Shkoder - Herzeg Novi - Dubrovnik

Bei 38°C und nach einem deftigen Frühstück verlassen wir Shkoder. Wir nehmen die SH1 und nach der Brücke unterhalb der Festung Rozafa wechseln wir auf die SH41/E851. Die Straßen sind zwar schmal aber der Asphalt ist akzeptabel. Nach 18 km sind wir an der Grenze in Sukobin und betreten Montenegro. Problemloser Grenzübergang! Wir bleiben auf dieser Straße und cruisen oberhalb der Küste vorbei an Ulcinj, Bar und Petrovac bis wir nach 70 km *SVETI STEFAN* erreichen. Dort machen wir längere Pause und besichtigen die faszinierende Stadt aus dem 15. Jhdt.

Dann noch 40 km weiter die malerische Küste entlang bis zur Bucht von Kotor. Wir überlegen kurz, ob wir die Bucht umrunden sollen und dann nehmen wir die Fähre in Lepetane auf die andere Seite (2 € pro Motorrad). Nach 15 km wunderschöner Küstenstraße pausieren wir in der Hitze von Herzeg Novi bei "Marinero" am Strand. Es hat immer noch 38°C, was uns kurz darauf beim Grenzübergang nach Kroatien (Debeli Brijeg) besonders bewusst wird, denn dort warten wir in praller Sonne unerklärlicherweise 35 Minuten.

Später cruisen wir die dalmatinische Küstenstraße entlang, etwa 40 km bis *DUBROVNIK*. Nach einer Erholungspause im Quartier nehmen wir ein Taxi in die Innenstadt, flanieren durch die Altstadt, kaufen Frühstück für den nächsten Tag und genießen ein romantisches Abendessen mit Blick auf den historischen Hafen.
Tageskilometer: 187 km

14. Tag: Dubrovnik - Mostar - Zaostrog

Nach einem Frühstück am Balkon (es hat 36°C) gehts die Küstenstraße weiter nach Norden. Nach 65 km mit großartigen Panoramen erreichen wir Bosnien bei Neum. Nur 5 km später verlassen wir den Neum-Korridor und  Bosnien wieder und fahren bis Opuzen. Wir cruisen nun die Neretva entlang (die gut ausgebaute D9) bis Metkovic. Nach einer Pause in einem Straßencafe (ohne Klimaanlage) halten wir uns nicht mehr auf, passieren wieder eine Grenze zu Bosnien und fahren die Neretva etwa 45 km flott entlang bis *MOSTAR*. Wir beneiden den Bären, der neben uns im Fluss badet!

In Mostar hat es schlanke 43°C, als wir zuerst unter der *STARI MOST* in einem Café pausieren und den muslimischen Altstadtteil besichtigen. Es ist wirklich ziemlich heiß und Dietmar fühlt sich gar nicht wohl...

Als wir später die gleiche Strecke zurückfahren, halten wir nach etwa 30 km bei *POCITELJ*. Dieses Städtchen wurde 1383 erbaut, hat ein Hammam und eine Moschee! Wir kaufen einer Bäuerin Melonen gegen den Durst ab. Weiter bis Opuzen, wo wir uns auf der D8 dann rechts halten und an den 7 Seen von Bacinska Jezera (Angelika köpft hier mit ihrem Vorderrad einen herbeieilenden Schwan!) vorbei nach 40 kurvenreichen Kilometern unser nächstes Ziel in Zaostrog erreichen. Die Hitze hat uns geschafft und so verbringen wir einen faulen Abend im Hafen dieses kleinen Ortes. 
Tageskilometer: 240 km

15. Tag: Zaostrog - Vodice

Wir lassen uns beim Frühstück am Balkon Zeit, großartiger Ausblick auf die Insel Hvar. Langsam machen wir uns bei 33°C auf den Weg über die kurvenreiche Küstenstraße Richtung Norden. An den Panoramen kann man sich kaum sattsehen! Etwa 40 km später erreichen wir *MAKARSKA*, wo wir das 500 Jahre alte *FRANZISKANERKLOSTER* besuchen.

Die nächsten 150 km halten wir uns an der Küstenstraße, wobei wir zahlreiche Fotopausen machen! Es ist unglaublich heiss hier und der Name "Dürres Kap" für Primosten könnte passender nicht sein! Diese Halbinsel ist wirklich ein pittoresker Anblick! Noch 30 km bis *SIBENIK*, wo uns die 500 Jahre alte *KATHEDRALE* des Heiligen Jakob interessiert.

Dann sinds nur mehr 14 staubige Kilometer bis zu unserem Etappenziel nach Vodice. Nach dem Einchecken und langer kalter Dusche besichtigen wir das uralte Künstlerviertel der Hafenstadt und genießen dort ein romantisches Abendessen.
Tageskilometer: 195 km

16. Tag: Vodice - Plitvice

Wir verlassen Vodice bei 35°C Richtung Nordosten. Über die D27 erreichen wir die A1, die wir 70 km bis Posedarje entlang fahren. Dort zwingt uns ein schweres Busunglück und Sperre der Autobahn auf die D8 bis Jasenice und weiter die ebenso schmale und kurvenreichen D54 bis zur D27. Wir  durchqueren 40 km das nahezu unbewohnte Karstgebiet von Dalmatien, bis wir Gracac erreichen. Nach einer Essenspause durchfahren wir das Krbava-Feld bei Udbina, das von Ruinen und Friedhöfen aus dem "Bruderkrieg" der 90er Jahre geprägt ist. Über die gut ausgebaute D1 kommen wir in die damals schwer umkämpfte Gegend von Bihac. Kriegsspuren überall! Wir finden das bedrückend, dass hier so lange nach dem Krieg immer noch so viele Überreste zu sehen sind. Wie leben die Menschen hier damit?

Nach weiteren 30 km haben wir unser Ziel in Dreznik Grad erreicht. Wir sind am Rand der berühmten Plitvicer Seen! Wir lassen den Abend in einem guten Restaurant ausklingen und genießen bei einem Abendspaziergang die Landschaft, die fast schon so ausschaut wie bei uns daheim.
Tageskilometer: 202 km

17. Tag: Plitvice

Heute haben die Transalps Ruhepause, der *PLITVICER NATIONALPARK* steht am Programm. Nach einem fantastischen Frühstück in unserem tollen Quartier fahren wir 5 km bis zum Eingang "Tor 1" und ziehen "leichtes Sommergewand" an, denn es ist heiß und vor allem schwül. Wir entscheiden uns für die 6-8-stündige Tour "C" (ca. 15€/pP). Motorräder stehen - im Gegensatz zu Autos - gratis!

Die nächsten Stunden verbringen wir in diesem Weltkulturerbe und können uns nicht sattsehen an diesem Naturereignis! Die dunstige Hitze macht uns etwas zu schaffen und so verbringen wir später noch einen romantischen Abend in diesem guten Restaurant vom Vorabend in Fußnähe zu unserem Quartier.

18. Tag: Plitvice - Graz

Heute geht es Richtung Heimat. Wir cruisen bei angenehmen 28°C die bequeme D1 etwa 70 km Richtung Norden. Kurz vor Karlovac irritieren uns Panzer und zerschossene Häuser am Straßenrand von Turanj. Was war denn das?! Also umkehren. So finden wir ein kleines Freiluftmuseum, dort "wo die militärische Macht der großserbischen Eroberer gestoppt wurde", wie ein Schild verkündet. Mehrere Panzer, Fliegerabwehrkanonen und zerschossene Gebäude sind dort mitten im Ort Turanj konserviert. Ein bedrückender Anblick!

Da das Wetter sich plötzlich verschlechtert, halten wir uns nicht länger auf sondern fahren flott auf der Autobahn an Zagreb vorbei bis zur slowenisch-kroa

tischen Grenze bei Macelj. Während wir dort die erforderlichen Autobahn-Vignetten (7,50 € pro Motorrad) kaufen, beginnt ein furchtbarer Regenguß, den wir im Tankstelle-Café aussitzen wollen. Es wird aber nicht besser und so begleitet uns der Regen dann durch Slowenien an Marburg vorbei bis nach Österreich. Wir reisen bei Spielfeld in unser Heimatland ein, es hat kühle 17°C! 45 km später haben wir unser letztes Quartier in Graz-Strassgang erreicht. Wir erholen uns bei einem Spaziergang auf den *FLORIANIBERG* und gutem österreichischem Essen. Was für ein Unterschied der Temperaturen! Wir finden es richtig erfrischend hier!
Tageskilometer: 290 km

19. Tag: Graz - Wien

Heute ist ein kühler Tag und wir verlassen erst um die Mittagszeit das gemütliche Gasthaus. Via Gleisdorf über die A2 "Südautobahn", die B64 nach Weiz und die B72 erreichen wir nach 80 km das hübsche Dorf Ratten. Dort halten wir uns rechts und überqueren auf der kurvenreichen L407 den Feistritzsattel (1.286m). Über die L175 und die L134 erreichen wir nach weiteren 50 km die private Burg Wartenstein und blicken hinunter auf Gloggnitz an der Semmeringschnellstraße S6. Dort trinken wir einen letzten gemütlichen Kaffee bei einer Tankstelle. Nun sind es nur mehr flotte 90 km bis nach Hause. Am frühen Abend erreichen wir nach einer ereignisreichen "Großen Tour" den Heimathafen!
Tageskilometer: 202 km

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Albanien

Hi,
danke für Tourbeschreibung und die Bilder.
Allerdings - was Albanien angeht - wir waren 2012 zu genau der gleichen Zeit dort. Ja, es war heiss, aber das waren auch schon die einzuigen Gemeinsamkeiten.
Räudige Wölfe? Eher streunende Hunde - davon gibt es sehr viele. Wölfe sind sehr scheu und man kann sich sehr glücklich schätzen, auch nur eines aus weiter Ferne kurz zu erspähen.
Das Shkumbintal menschenleer? Das ist a) eines der Hauptverkehrswege und b) sind da auch die Haupt-Industriezentren (zumindest unter Hoxha gewesen). Insofern war der Besuch von Elbasan wohl eher unglücklich, das ist so, als ob man früher Duisburg-Rheinhausen besucht hatte.
Und wenn man sich nicht verfährt sind diese Strassen auch ok.
Ein Besuch der Rozafa-Burg hätte sich gelohnt - zumal da oben Abends ein angenehmer Wind war. Die Burg in Gjirokaster ist allerdings noch eindrucksvoller.
Und was die Gastfreundschaft der Leute angeht: einfach unglaublich.
Also: unbedigt nochmal hin und mehr vom Land aufnehmen.
Grüsse, Martin

Antw.:Albanien

Hallo Martin! Danke für deinen Beitrag. Wir haben uns dort nicht besonders wohl gefühlt und für uns hat auch das Land keine schönen Besonderheiten aufgewiesen.

Aber du hast natürlich recht: nach dem ersten Eindruck werden wir irgendwann dieser Gegend eine "2. Chance" geben.

Das Shkumbintal war allerdings wirklich menschenleer und null Verkehr. :-)

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zuletzt aktualisiert am 21.8.2017