Sächsische Schweiz - Tschechien (Aug 2018)

1. Tag: Wien - Jihlava (CZ)

Eigentlich war diese Kurzreise schon Ende Oktober 2017 geplant. Wir freuten uns auf ein paar spätherbstliche Motorradtage in der "Sächsischen Schweiz". Ein unbekanntes Gebiet für uns, gar nicht weit weg und am Weg liegt die berühmte "Bikerhöhle" in Tschechien! Doch dann kam Sturmtief "Herwart" und es schien keine gute Idee mehr, in den Norden zu fahren. Wir wollten den Unwettern ausweichen und so wurde spontan Grado zu unserem Ziel

Aber diesmal passts! An diesem Wochenende Mitte August sollte es keine 35°C erreichen, zumindest nicht durchgehend. In Wien hat es in diesem Jahr die längste Hitzewelle seit Messbeginn im Jahr 1767 gegeben! Aber jetzt herrscht perfektes Motorradwetter.

Das Wenige für sechs Tage ist schnell in die Koffer gestopft. Um 11:30 verlassen wir den Heimathafen bei wolkenlosen 32°C Richtung Norden. Wir sind ein bisschen aufgeregt, denn Tschechien ist ein unbekannter Nachbar. Was uns dort wohl erwartet?

Puuhhh, es ist heiß, als wir aus Wien Richtung Stockerau hinausstauen und uns dann noch ein schwerer Unfall auf der S3 zu einer weiträumigen Umfahrung auf die Landesstraße L30 zwingt. Bei Sierndorf fahren wir wieder auf die Schnellstraße auf. In Hollabrunn verwirrt uns eine Mega-Baustelle und weil wir den gewohnten Kreisverkehr nicht gleich finden können und ausserdem Hunger haben, lenken wir erst einmal zu dieser kleinen Tankstelle.

Zuhause hatten wir nur Kaffee, aber jetzt mampfen wir begeistert die heissen Leberkässemmerl in uns hinein. Mittlerweile hat es 34°C und wir ziehen unsere Motorradklamotten aus, während wir unser Kaltgetränk aus den Thermosflaschen in uns hineinschütten.

Dann sind wir wieder motiviert und es geht weiter auf der L303. Wir durchqueren Schöngrabern und Guntersdorf, ohne viel links oder rechts zu schauen. Uns ist ein bisschen langweilig, denn wir kennen diese Strecke schon zu gut und das sanfthügelige Weinviertel ist eine unspektakuläre Gegend...

Nach 80 km überqueren wir die österreichische Grenze bei Kleinhaugsdorf. Hinter den abgewrackten ehemaligen Grenzbauten (oh ja, wir können uns noch gut an den brutalen "Eisernen Vorhang" vor unserer Haustüre erinnern!) leuchten grellbunt die Billigkonsumläden der "Excalibur City". Eine bunte Ramschwelt steht seit 24 Jahren hier im Niemandsland zwischen den Staatsgrenzen.

Fauchende Drachen in Lebensgröße, eine echte Illuschin UK-62 und allerlei grellbunte Attraktionen im Fabel-Artuslegende-Mittelalter-Stil für Kinder locken hier täglich bis zu 10.000 Konsumenten an. Die meisten wohl wegen dem billigen Beauty und Textil und dem noch billigeren Essen. Oder wegen dem Casino und den schreiend bunt beworbenen Sex-Sonderangeboten. Hier gibt es alles, was Grenzgebiete oft so häßlich macht, nur mehr und in Übergröße. Durchwegs geschmacksfreie Zone und sehr bizarr.

Wir lenken die Transalps auf einen der Großparkplätze und eilen zum Café. Dort kennen wir einen Bankomaten und wir wollen etwas Bargeld mitnehmen. Tschechien ist kein Euroland und so ziehen wir jeder etwa 2000 CZK (80.-) aus der Maschine. Wir überlegen kurz, ob wir auf das Kaffee+Kuchen-Angebot der Konditorei um 80 CZK (3.-) eingehen sollen, aber wir wollen lieber weiter. Hier ist es zu laut, zu bunt, zu viel!

Wir cruisen lieber über die schnurgerade B38 Richtung Znojmo. Es ist heiß, 34°C, und das vertrocknete Land links und rechts zeugt von der langen Hitzewelle. Uns überrascht, dass in diesem Grenzgebiet immer noch zahlreiche Damen am Straßenrand den Durchreisenden ihre einschlägigen Dienste anbieten. In anderen tschechischen Grenzgebieten gehören diese deprimierenden Anblicke längst der Vergangenheit an.

Nach 20 km sind wir in Znojmo. Die Schönheit dieser mittelalterlichen Stadt bleibt uns heute verborgen, wir durchqueren die schraddelig wirkende Stadt auf der Hauptverkehrsroute auf direktem Weg. Erst in vier Wochen werden wir anläßlich des Weinlesefests das großartige mittelalterliche Znojmo kennenlernen...

Wir bleiben auf der B38 und fahren aufmerksam durch Dörfer wie Želetava und Hladov. Das Land ist mehr oder weniger flach aber nicht dänisch-flach. Die sanften Hügel ändern nichts an diesem Eindruck. Obwohl die Dörfer aufgeräumt wirken, ist eine gewisse Vernachlässigung zu bemerken.

Wir sehen viele ungepflegte Vorgärten und an zahlreichen Hauswänden lehnt Gerümpel. Nun, die unglaubliche Dürre hat hier nicht geholfen, den Eindruck eines fruchtbar-blühenden Landes zu verstärken. Vielleicht sollte man den Hausbesitzern neuerer Gebäude auch sagen, dass braun-mittelbraun-dunkelbraun keine besonders einladenden Fassadenfarben sind?

Wir sind schon müde, als wir nach 70 km in Čížov stranden. Gottseidank hat es mittlerweile auf 25°C abgekühlt. Das macht den Kampf mit buchstäblich jedem einzelnen tschechischen LKW leichter, der achtlos und ohne Rücksicht auf Verluste dahinbrettert.

Angelika erblickt ein kleines Wirtshaus am linken Straßenrand. Hunger! Didi kann gerade noch seine Transalp einfangen (und dem deswegen hinter ihm wild hupenden LKW den gestreckten Mittelfinger zeigen) und schon parken wir neben dem schweren Holztisch vor dem Lokal. Angelika stiefelt hinein. Was gibt es denn für Kleinigkeiten?

Puuhhh! Ist es das Sprachproblem oder ist Herr Stanislav einfach schlecht drauf? Wir schaffen es mit Händen und Füßen, ihm Bratwürste und tschechischen Cola-Ersatz aus dem Bauch zu leiern, die er kurz darauf mit unfreundlicher Geste und wortlos vor uns auf den Tisch stellt.

Hungrig mampfen wir die wirklich leckeren Bratwürste in uns hinein, auch das fremdartige Kofola schmeckt gut. Dieses Getränk hat das kommunistische Regime zu Recht überlebt!

Wir schauen mal auf die Karte. Oh, es sind nur mehr 7 km in unser Quartier! Nun, dann also schnell weiter! Mit Googlemaps haben wir uns einen Weg zurecht gelegt und wir finden schnell das Haus, in dem wir ein Zimmer gebucht haben. Wir balancieren die Transalps auf die steile Straße und gehen mal ins Haus. Seltsam. Ist hier niemand? Nur aus dem Bad hören wir Duschgeräusche. Wir sind etwas ratlos.

Irgendwann schlurft dann die Nachbarin aus ihrem Friseursalon und überreicht uns den Schlüssel. Boah, wir verstehen wirklich kein Wort. Solche Sprachprobleme sind wir gar nicht gewohnt! Zumindest Englisch geht immer ein bissl und Jihlava war sogar einmal deutschsprachig, damals, als es Iglau hieß.

Wir klettern in unser Zimmer im 1. Stk. und versuchen, uns zurechtzufinden. In diesem Haus wohnen offensichtlich noch andere junge Leute, das ganze hat AirBnB-Charakter. Wir müssen dringend duschen, denn wir sind vollkommen verschwitzt. Doch das einzige Bad im Erdgeschoß ist lange besetzt, während wir davor warten. Leider ist auch das einzige WC da drinnen und die Türe ist ausserdem nicht versperrbar! Wir sind enttäuscht von dieser Unterkunft, aber für eine Nacht wird das schon gehen. Zumindest soll es ein sensationelles Frühstück geben!

Als wir in die Innenstadt aufbrechen, beginnt es zu regnen. Wenige hundert Meter sind es bis zum altehrwürdigen ehemaligen Marktplatz, vorbei an der massiven Stadtmauer aus 1270.  Jihlava  war einmal unter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia eine sehr reiche Stadt. Das ist an den barocken -wenn auch sanierungsbedürftigen - Häusern noch zu erkennen!

Auf uns wirkt der große rechteckige Masaryk-Platz düster und der mittlerweile starke Regen verstärkt den Eindruck. Wenige Menschen huschen über den Platz, der wie ausgestorben wirkt. Uns fällt die Einheitskleidung der jungen Leute auf: sehr kurze Röcke oder knielange Hosen, gefälschtes Adidas und alles mit Camouflage-Design. Gustav Mahlers Heimatstadt hat was von einem lost place an diesem Abend...

Eine monströse Bausünde beeinträchtig das schöne Barockensemble: das Kaufhaus Prior steht seit 1983 als monumentaler und finsterer Betonblock im Zentrum des Platzes. Die historische Pestsäule verschwindet daneben fast. Ein gräßliches Monument sozialistischer Architektur - aus gutem Grund auf den Hochglanzfotos des Platzes nicht zu sehen. Die Touristiker sprechen dabei vom Betrug an den Gästen und seit Jahren gibt es Diskussionen über einen Abriss! Zumindest der darin untergebrachte McDonalds konterkariert die ehemalige Funktion als Schlachtschiff des Kommunismus.

Uns sticht jetzt ein Steak-House ins Auge. Das uralte Gewölbe macht einen noblen Eindruck. Dort wollen wir essen! Der Kellner, den wir einige Male zur Bestellung bitten müssen, zeichnet sich durch auffällige Unfreundlichkeit aus. Was ist los? Stören Gäste seinen Ablauf? Wir bestellen quer durch die Speisekarte (1 EUR = 25 CZK) Steaks, Maiskolben, Kartoffeln und einige Kleinigkeiten. Die im Vergleich zu Österreich unglaublich günstigen Preise erstaunen uns!

Ist es das Gesamtausmaß der erwarteten Rechnung? Auf jeden Fall serviert der Chef dann persönlich. Dieser formatfüllende Mann ist sehr nett zu uns, sehr freundlich. Wir finden, das hat jetzt einen seltsamen Beigeschmack. Dieses Land, diese Menschen machen es einem nicht leicht...

Da wir dann in der Stadt kein kleines und ansprechendes Café für unseren Gutenachtkaffee finden, entern wir den neonbunten "Citypark". Bis 22:00 hat der Hypermarkt geöffnet und wir finden Löskaffee (den guten, den wir auf allen Reisen mithaben!) und leckere süße Teilchen. Für Mehlspeisen ist die böhmische Küche zu Recht weltberühmt!

Wir stiefeln dann in unser Quartier zurück und finden auch ein halbwegs ruhiges Plätzchen im Wintergarten mit Blick auf die Gemeinschaftsküche, wo wir den heißen Kaffee und den Süßkram genießen. Didi griffelt die Erlebnisse des Tages in sein Tagebuch.

Währenddessen kochen zwei junge Mädchen in der Küche etwas Aufwändigeres. Das Bett in der Küche wurde offensichtlich auch vermietet, denn da schlafen schon zwei Leute. Wir beenden diesen langen Tag, nicht ohne bei unserer unbekannten Vermieterin nach dem angekündigten Frühstück zu fragen...

Tageskilometer: 172 km

2. Tag: Jihlava (CZ) - Mittelndorf (Sachsen)

Der Regen hat sich verzogen, die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel. 17°C, perfektes Motorradwetter! Wir packen schnell unser Zeug zusammen. Wir wollen rasch weg! Das Haus ist ruhig, nur das Pärchen schläft noch tief und fest in der Küche. Wir rühren am Herd lautlos unseren Löskaffee an und beladen die Motorräder. Plötzlich bremst die Vermieterin mit rauchenden Reifen vor dem Haus und eilt auf uns zu. 

Sie ist bestgelaunt und macht uns mit Händen und Füßen klar, dass es hier und heute kein Frühstück gibt. Aber sie hat nun ein schlechtes Gewissen und macht uns noch schnell eine Tasse Kaffee. Aus Höflichkeit trinken wir auch diesen Löskaffee mit schnellen Schlucken und versuchen erfolglos ein Gespräch. Es scheitert an den Sprachproblemen. Aber dann geht es los!

Gemächlich cruisen wir übers flache Land. Wir bleiben auf der B38 und durchqueren unscheinbare Dörfer wir Havlíčkův Brod, Habry und Horky. Die auf den ausgetrockneten Feldern arbeitenden Traktoren sind schon kilometerweit am aufgewirbelten Staub zu erkennen. Nicht nur einmal machen wir hektisch alle Luken dicht, während wir durch die dichte Staubwolke fahren, die über die Straße weht.

Angelika kämpft ziemlich. Sie fühlt sich seit dem Aufstehen nicht fit und etwas grippig. Das langweilige Geradeaus zehrt ziemlich an den Kräften. Ausserdem haben wir noch nichts gefrühstückt! Nach etwa 80 km erreichen wir Kolin. Mittlerweile ist es mit 30°C ziemlich heiß geworden und wir sind froh, am rechten Straßenrand neben der alten Kirche ein kleines Gasthaus zu sehen! Sogar ein winziger Gastgarten ist da und eine lange Menschenschlange steht vor der Eismaschine, die mit lautem Blubbern sehr buntes Automateneis ausstösst.

Wir parken die Transalps im Schatten und erobern einen der Holztische unter den Sonnenschirmen. Die Preise hier sind geradezu unglaubwürdig günstig und Didi bestellt für sich Schweinsbraten mit Knödel und eine Riesenportion gebackenen Karfiol für Angelika. Meine Güte, schmeckt das gut! Wir können uns lange nicht überwinden, von hier aufzubrechen, es wird auch immer heißer!

Erst jetzt bemerken wir, dass die berühmte Knochenkirche von Kutná Hora ganz in der Nähe ist. Aber wir können uns nicht aufraffen, diese heute zu besichtigen. Macht nichts, ein anderes Mal!

Die nächsten 60 km bis Jungbunzlau verlaufen ereignislos. Wir sind nur kurz verwirrt, denn dieser Ort hier heißt eigentlich Mladá Boleslav und wir wissen nicht, warum unsere Karte alle Orte beim alten deutschen Namen nennt! Haben wir irrtümlich Karten aus 1918 oder 1938 gekauft?!

Wir umfahren diese Kleinstadt auf der B38 und bemerken, dass sich hier die gleichen Mega-Stores angesiedelt haben, die wir von österreichischen Vorstädten kennen. (Allerdings sahen wir auch in Tromsø/NOR die gleichen Geschäfte wir bei uns...) Dass diese Stadt das größte Skoda-Werk beherbergt, kann man erahnen, wenn man die Augen offenhält. Dass aber 3/4 aller Erwerbstätigen dieser Stadt beim Autokonzern arbeiten, das überrascht uns dann doch. 

Wir fahren aufmerksam weiter und versuchen, uns verschiedene Details der Strecke einzuprägen. Schon lange haben wir die Burg Bezděz im Blickfeld, die sich auf einem hohen Felsen über das flache Land erhebt. Wir cruisen so verträumt dahin und hängen unseren Gedanken nach, als wir unvermutet und hektisch ein paar Gänge runtersteppen müssen. Stau! Da weit vorne scheint ein schwerer Unfall passiert zu sein!

Angelika paddelt ein paar Meter an den stehenden Autos vorbei und biegt dann auf diesen kleinen Schotterweg rechts ab, der neben der Straße zu verlaufen scheint. Nach ein paar Metern sind wir auf einem schmalen Feldweg angelangt und äußerst unsicher, wohin der führt.

Aber ein hier unter den Bäumen pausierender Landarbeiter wedelt mit beiden Händen, dass wir einfach weiterfahren sollen. Na gut! So brettern wir einige Kilometer ambitioniert über den ausgetrockneten Pfad, eine veritable Staubwolke hinter uns lassend. Die Burg Bezděz ist ein weithin sichtbarer Wegweiser.

Kurz, nachdem wir wieder auf die Hauptstraße geholpert sind, zweigen wir halbrechts auf die B9 ab. Nun kommen wir durch Böhmisch Leipa, das tatsächlich Česká Lípa heißt, und die Gegend wird schlagartig hübscher. Die endlosen Felder werden nun von dichten Wäldern abgelöst und die Straße schwingt in hübschen Kurven dahin. Es geht manchmal sogar leicht bergauf. Unsere Karte nennt die Gegend hier "Lausitzer Gebirge". Ein großer Name für ein Hügelland, dessen höchste Erhebung keine 800 m erreicht ...

In Nový Bor fallen uns die vielen großen Glashütten auf. Hier ist ein Zentrum der berühmten bömischen Kristallglaserzeugung und es gibt zahlreiche Ab-Fabrik-Läden hier! Wir suchen eher einen hübschen Pausenplatz für Kaffee und Kuchen und halten die Augen offen. Langsam fahren wir über die kleine Hochebene mit tollen Ausblicken in alle Richtungen.

In Kamenický Šenov/Steinschönau sehen wir aus den Augenwinkeln einen riesigen Parkplatz linker Hand mit einem hölzernen Imbiss am oberen Ende. Großartig! Wir bremsen die Transalps hart herunter - vorsichtig, denn die Straße ist regenfeucht - und lenken durch den einladend offenen Schranken zu der Fressbude. Wir sehen die Berge der Sächsischen Schweiz in der Ferne. Hier ist es schön, hier bleiben wir! 

Wir bestellen großzügig Kuchen und Kaffee. Es ist sehr mild und nun beginnt es, leise zu nieseln. Macht nichts! Wir haben Zeit. Wir bemerken, dass wir auf dem Besucherparkplatz des Panská Skála/Herrenhausfelsens stehen. Tatsächlich klettern einige Kinder auf der auffälligen Basalterhebung herum. Wir lesen bei Google, dass auch hier ein Zentrum der Kristallglaserzeugung ist und dass diese Gegend bis 1945 überwiegend deutsch war. Dann kamen die Beneš-Dekrete...

Wir beschließen, die Hauptstraße B38 nun zu verlassen, und ab Česká Kamenice/Böhmisch-Kamnitz Luftlinie zu unserem Ziel zu fahren. Irgendwie werden wir die kleinen Wege der Route 25860 schon finden! Wir verlassen die B38 und kurven eine steile Straße hinunter Richtung Janská.

Die nächsten 15 km sehen wir das Tschechien abseits der Hauptverkehrsrouten. Kleine Dörfer, die nicht von Reichtum zeugen, aber dennoch bemüht gepflegt sind. Viele aufgelassene Wohneinheiten, verwahrloste Gärten. Wir kurven achtsam den kleinen Singletrack entlang. Hoffentlich verfahren wir uns nicht, denn unsere Karte ist hier zu ungenau. Was für eine einsame Gegend, hier um Růžová!

Dann geht es plötzlich durch einen dichten, finstren Wald steil bergab. Oh, was ist das denn?! Wir lassen die Transalps vorsichtig am Straßenrand ausrollen. Zu sehr verblüfft uns der Anblick der steilen, fast senkrechten Felswand hinunter ins Tal. Unten plätschert die Kamenice/Kamnitz als lustiger Bach vor sich hin und an deren Ufer stehen zahlreiche bunte Häuser und repräsentative Hotels in Reih und Glied. Hrensko!

Als wir langsam hinuntertuckern, sehen wir die Menschenmassen, die sich an diesem Samstagnachmittag zu Wanderungen oder Kanufahrten durch die Klamm aufmachen. Oder einfach Kaffeetrinken und dem Shopping frönen, denn auf den wenigen Metern aus dem Tal hinaus zur Elbe säumen die üblichen Billig-Ramschläden vietnamesicher Händler die Straße, die wir auch vom südlichen Grenzgebiet Tschechiens kennen. 

Wir werden langsam müde und düsen 10 km das Elbeufer entlang bis Bad Schandau. Nur beim ehemaligen Grenzposten in Schmilka halten wir überrascht für ein Foto an. Das bisher niemand diesen feindselig wirkenden dunkelbraunen Betonblock entfernt hat, der hier drohend und an finstere Zeiten gemahnend über die Straße ragt! Grenzen gingen doch hübscher heutzutage?

In Bad Schandau ist heute die Hölle los! Touristenmassen wälzen sich durch den hübschen, bunten Ort und zahlreiche Cafés und Gastgärten werben erfolgreich um Gäste. Hier geht nur Schritttempo! Wir sehen rechts eine Abzweigung "Kirnitzschtal", aber das ist erst für morgen.

Die nächste Straße rechts ist unsere. Schnell einbiegen und schon brettern wir die S154 sportlich den Berg hinauf. Bald liegt Bad Schandau unter uns und nach 5 km über eine hübsche Hochebene haben wir endlich Mittelndorf erreicht!

Wir haben das Zimmer Nr.12 in der "Alten Schule" von 1825 gebucht und nach einem Telefonat mit dem Wirtshaus "Am Weinberg" eilt die Chefin auch gleich mit dem Schlüssel herbei. Ein wunderhübsches und geräumiges Zimmer ist das! Im ehemaligen Schulhof gibt es Holzbänke zum Erholen. Wir beeilen uns mit den notwendigen Restaurationsarbeiten und dann spazieren wir zwei Minuten ins Wirtshaus.

Was für ein feiner Platz! Der hübsche Gastgarten, freundliche Menschen (mit lustigem Dialekt!) und richtig leckeres Essen! Wir lassen den Tag "Am Weinberg" ausklingen und überlegen bei Riesenportionen "Rote Grütze mit Eis", was dieser unbekannte Freistaat Sachsen wohl für uns bereithält. Die gar nicht mehr so "neuen Bundesländer" sind uns ebenso fremd wie Tschechien...

Tageskilometer: 245 km

3. Tag: Sächsische Schweiz/Bastei

Ein wolkenloser Tag, 21°C. Perfektes Wetter, um Sachsen ein bissl kennenzulernen! Angelika fühlt sich immer noch krank, als wir um 8:00 die wenigen Meter ins Wirtshaus gehen. Dort ist ein Frühstücksbuffet vorbereitet. Wir haben ja nun schon viele Frühstücksbuffets quer durch Europa gehabt, aber das da sprengt alle Grenzen! Neben den üblichen Dingen finden wir Aufstriche, Salate, viele Sorten Joghurt und Pudding. Und Dickmanns! 

Wir sitzen lange im Sonnenschein, bevor wir uns um 11:30 aufmachen. Über Altendorf düsen wir den Berg hinunter bis Bad Schandau. Den Abzweig ins Kirnitzschtal haben wir schon gestern gesehen und da wollen wir jetzt hin. Uns deucht, dass wir heute am Sonntag nirgends die einzigen Touristen sein werden...

Langsam und vorsichtig nehmen wir die Einfahrt und befinden uns sofort in einem engen bewaldeten Tal. Die Straße ist schmal und kurvenreich und erinnert an unsere Hausstrecken! Sie schlängelt sich die Kirnitzsch entlang, die hier als kleiner Wildbach durch die Klamm sprudelt.

Wir müssen aufpassen, denn neben vielen Wandersleuten könnte auch jederzeit die Kirnitzschtalbahn entgegen kommen. Wir teilen uns die Straße mit dem schmalen Gleiskörper! Die Bahn bringt Touristen zu allen Attraktionen, die meisten sind jedoch nur durch ausgiebige Wanderungen zu erreichen.

Hier herrschen absurde Geschwindigkeitsbegrenzungen, aber bei dem starken Verkehr könnte man eh nicht schneller. Nach 10 km Kurvengeschlängel in Zeitlupe stehen wir beim Lichtenhainer Wasserfall und seinem angeschlossenen Wirtshaus. Ein findiger Unternehmer hat diesen künstlichen Wasserfall als Touristenattraktion anfertigen lassen. Alle 30 Minuten wird das Wasser mit Musikbegleitung eingeschaltet. Die Kirnitzschtalbahn hat hier seit 1898 Endstation.

Hm. Naja. Wer vor kurzem beim Vøringfossen in Norwegen stand, ist trotz der Musik aus der Konserve möglicherweise ein wenig enttäuscht. Wir sehen das dünne Rinnsal vor Menschenmassen kaum und entscheiden uns: Weiterfahren! Offensichtlich kommen Touristen nur bis zum Wasserfall, denn jetzt ist null Verkehr und die Geschwindigkeitsbegrenzungen sind nur mehr lästig und uns ausserdem  egal. Wir drehen am Gas und brettern die restlichen 8 km durch das enge Tal. Da sollte man lt. Karte nach Sebnitz weiterfahren können.

Jedoch ist plötzlich Endstation. Wegen eines Radrennens ist die Sebnitzer Straße gesperrt. Wir gucken enttäuscht in die Karte. Ok, umdrehen! Wir paddeln die Transalps in Gegenrichtung und düsen mit deutlich mehr Power als notwendig vom Platz. Mitten im Wald finden wir rechter Hand eine kleine Straße, die ebenfalls in den Norden führt. Mit Schwung nehmen wir die paar Kurven und nach 8 km rollen wir in der Kreisstadt Sebnitz ein. 

Zielsicher finden wir den enorm dimensionierten Hauptplatz und aus den Augenwinkeln sehen wir auch ein kleines Café. Angelika fühlt sich etwas schwach auf den Beinen, aber da wird ein kräftiger Eiskaffee helfen! Wir parken die Transalps neben den Gastgarten und finden einen schattigen Tisch. Wir werden dabei von einigen zahnlosen Männern am Nebentisch neugierig beäugt.

Sebnitz also. Wir wissen nichts über diese Stadt, nur einmal fiel uns der Name in den Medien auf, als der Bundespräsident bei einem Besuch aggressiv angepöbelt wurde. Aber das ist wohl nicht repräsentativ. Kunst- und Seidenblumen werden hier traditionell erzeugt. Eine Kur- und Erholungsstadt, Grenzstadt sowieso. Wir lassen den Blick schweifen. Der große gepflasterte Platz ist seltsam schmucklos und leer. Keine Blumen sind zu sehen. Ein schönes Ensemble alter Häuser, nur das schraddelige Fabriksgebäude da drüben stört den Anblick.

Uns ist heiß geworden, wir wollen weiter. Eine hübsche Landesstraße führt über Neustadt und Stolpen zur Bastei. Leider ist die Straße nach Hohnstein gesperrt und wir werden einen Umweg über Lohmen geleitet. Nach 40 km haben wir ohne nennenswerte Vorkommnisse um 14:00 den Besucherparkplatz der Bastei erreicht.

Ach ja! Eine kurze Pause haben wir noch bei der Burg Stolpen gemacht und dort über die irre Geschichte der Gräfin und Mätresse Cosel gelesen, die jahrzehntelang in der Burg Hausarrest hatte. Sie hatte sich zu erfolgreich in die Geschäfte ihres Lebensgefährten eingemischt. 

Wir klettern von den Motorrädern und klemmen Jacken und Helme fest. Das lassen wir hier! Wir zahlen dem Typ im Kassahäuschen 3.- für unsere Motorräder und los gehts. Oh, da steht eine Kutsche! Wir lieben Kutschenfahrten und nutzen diesen Service auch gerne zuhause, um zB die Umbal-Fälle zu erreichen! Wir besteigen das wackelige Ding und entrichten 3.- Gebühr pro Person.

Doch anstatt loszufahren, bekommen wir einen Vortrag über die Politik Sachsens und eine Einschulung in neuerer sächsischer Geschichte, wobei die Vergangenheit bis 1990 in leuchtenden Farben geschildert wird. Puuhhh, anstrengend, zumal wir diesen Dialekt kaum verstehen! Wir hören artig zu. Der gute Mann ist nicht zu stoppen. Als er endlich die Zügel schnalzen lässt, hätten wir die 300 m bis zur Bastei bereits mehrmals hin und her gehen können...

Endlich stehen wir bei den berühmten Felsen der Bastei. Eine unglaubliche Gegend, was für ein Panorama! Daher muss wohl der Name "Sächsische Schweiz" kommen, denn hier stehen überall senkrechte Felsformationen 300 m über dem Elbufer, die sich bizarr von der flachen Umgebung abheben.

Also quasi ein Gebirge, das Elbsandsteingebirge. Wir stehen lange auf dem Aussichtspunkt und Didi stiefelt auch noch über die berühmte Felsenbrücke und wir beobachten einen lässigen Kletterer, der die hunderte Meter hohen Felsnadeln neben uns erklimmt.

Dann haben wir genug und spazieren den Waldweg zurück zum Parkplatz. Boah, es ist so heiß, den ganzen Tag nicht unter 30°C! Da fällt uns linker Hand im Wald ein kleiner hölzerner Imbissstand auf. Ach, wir habens nicht eilig. Pause! Wir bestellen gierig zwei Fischbrötchen und denken dabei an die guten mit Backfisch, die man zB bei Gosch in Kiel bekommt...

Umso größer dann die Enttäuschung: die tun da einfach einen kalten silbrig glänzenden Fisch ins Brötchen! Didi mampft die unerwartete Jause stoisch in sich hinein. Angelika beisst ab, findet sauren Hering widerwärtig und holt sich lieber noch ziemlich trockene Frikadellen. Aber erst der Topfenkuchen mit dem klingenden Namen "Dresdner Eierschnecke" bringt die Welt wieder in Ordnung.

Es ist 16:30, als wir müde auf die Transalps klettern. Wir wollen endlich raus aus den verschwitzten Klamotten! Über hübsche Straßen erreichen wir eine halbe Stunde später Mittelndorf. Angelika fühlt sich immer noch krank, als wir zum Abendessen schreiten. Die kochen richtig gut "Am Weinberg" und wir sitzen dann noch lange bei einem Glas Wein in der Abendsonne...

Tageskilometer: 95 km

4. Tag: Sächsische Schweiz/Festung Königstein

Ein weiterer wolkenloser Sommertag erwartet uns. Heute wollen wir die Festung Königstein besichtigen und dazu sind die 22°C absolut perfekt! Wir haben viele Fotos von diesem grandiosen Bauwerk gesehen und dafür brauchen wir sicher einen ganzen Tag. Aber zuerst widmen wir uns dem vor Köstlichkeiten überbordenden Frühstücksbuffet. 

Die leichte Grippe bei Angelika lässt einfach nicht nach. Alles ist für sie mühsamer als sonst und so holen wir noch mehr Kaffee und sitzen erst mal gemütlich im Gastgarten und schmieden unsere Pläne. Es hat schon 32°C, als wir um 11:00 endlich auf die Transalps klettern und aufbrechen.

Heute fahren wir in leichtem Sommergewand. Erstens sind es nur 13 km bis zur Festung und zweitens ist es zu heiß, den ganzen Tag in Motorradklamotten auf der Burg herumzustiefeln! Jeans und T-Shirt und Turnschuhe reichen vollkommen. Das ist wenigstens bequem. 

Den Katzensprung nach Bad Schandau hinunter erledigen wir schnell und dann geht es ein kurzes Stück auf der B172 am Elbufer entlang. Nur noch über die Brücke und schon kurven wir vorsichtig durch den winzigen Ort Königstein, am Fuße des Burgfelsens. Das ist hübsch hier! Hier könnten wir abends Kaffee trinken! 

Die Zufahrt zur Festung Königstein erfolgt durch den Wald, nur ein paar geschwungene Kurven bergauf. Oh, wir genießen die Kühle, die von den Bäumen ausgeht! Unvermittelt stehen wir vor dem hypermodernen mehrstöckigen Parkhaus. Da die Schranken von selbst aufgehen, fahren wir ohne Verzögerung hinein. Wir entdecken gleich rechts die speziellen Motorrad-Parkplätze und lenken die Transalps vorsichtig dorthin. Klasse! Hier sind sogar versperrbare Kästen für das ganze Ausrüstungsklump angebracht!

Wir freuen uns, dass die Motorräder so schön im Schatten stehen, während wir aus dem Parkhaus stiefeln. Wir erfahren beim Info-Stand, das Motorräder gratis parken. Das ist aber nett, danke schön! 

Wir wissen, dass nun ein 800 m langer Fußweg auf uns wartet, denn der Festungseingang ist irgendwo da oben. Es hat mittlerweile 33°C und man kann sich unsere Freude vorstellen, als wir den kleinen Bummelzug entdecken, der uns um wenig Geld zum Eingang bringt. Wir drücken dem Zugsführer 5.- in die Hand und quetschen uns in die kleinen Holzbänke. Mit lautem Gebimmel zuckelt der Zug los und den steilen Weg hinauf. Boah, den hätten wir echt nicht zu Fuß gehen wollen!

An der Burgmauer angekommen, spazieren wir - immer noch bergauf - rundherum zum Haupttor und entrichten den Eintrittspreis von 10.-/pP. Das kommt uns für so eine riesige Anlage nicht teuer vor! Die Aussicht ist jetzt schon grandios und erst die massiven Burgmauern...

Bedächtigen Schrittes steigen wir die "Dunkle Appareille" hinauf. Dieses ungeheure Eingangs-Gewölbe führt steil bergauf und mitten in den Burghof. Die Architekten haben sich einiges einfallen lassen, um das Festungsplateau abzusichern. Die Burg galt bis 1848 als uneinnehmbar! 

Wir ersparen euch die Erzählungen von der Burgbesichtigung, aber nur soviel: Es ist ein extremes Erlebnis, den 1,7 km langen Rundgang auf der Wehrmauer rund um die Burg zu gehen! Die Sandsteinwände gehen schlicht und einfach senkrecht bis zur Elbe hinab und freihängende Wehrtürmchen und allerlei Bauten aus 800 Jahren Burggeschichte sind zu sehen.
Pro-Tipp: Nehmt euch bei der Kassa einen Burgplan mit, die Anlage ist wirklich riesengroß!

Auf der dem Ort Königstein zugewandten Seite bleiben wir lange stehen und schauen in die Tiefe. Hier ist die Stelle, an der der französische Offizier Giraud 1942 dem NS-Kriegsgefangenenlager auf der Festung entkommen konnte. Indem er hinunterkletterte! Ach du meine Güte! Wir versuchen uns das vorzustellen, was nur mangelhaft gelingt. Da hinunter?!

Knapp 100 Jahre zuvor wählte ein Schornsteinfeger Abratzky als erster den umgekehrten Weg und kletterte unbefugt den Königstein herauf. Bis zu diesem 29.3.1848 galt die Festung als uneinnehmbar! Er wollte sich das Eintrittsgeld ersparen, was ihm ein paar Stunden Haft einbrachte. Die 34 m hohe senkrechte Felsnase hier trägt seinen Namen und heute wird sogar seine sportliche Leistung anerkannt.

Der Wehrgang macht hier einen scharfen Knick und führt an der äußersten Felskante entlang. Wir entscheiden uns für eine Pause bei Kaffee und Kuchen. Der Imbissstand hier ruft durchaus moderate Preise aus! Mampfend genießen wir die legendäre Aussicht. Man sieht die gesamte Sächsische Schweiz, bis hinüber nach Tschechien. Und den Elbverlauf, den Lilienstein und natürlich auch die Bastei schräg gegenüber. Und schau! Da drüben, da ist Mittelndorf! Es ist fantastisch!

Als wir weitergehen, stolpern wir fast über die Pestkasematten. Finstere Erdlöcher von 8 m Tiefe, in denen man 1680 die Pestkranken isolierte, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Oh, du gute alte Zeit. Nach dem Rundgang schauen wir noch in den tiefen, wirklich tiefen Weinkeller, in den man hinuntersteigen kann. Hier werden die Besonderheiten des 1725 gebauten Königsteiner Riesenweinfasses erklärt, mit einem Fassungsvermögen von 239.600 Litern das größte Weinfass der Welt.

Wir lesen viel über die 800jährige Geschichte dieser Festung, die seit ihren Anfängen auch als Gefängnis diente. Bis 1922 war sie gefürchtetes Staatsgefängnis Sachsens. Und in DDR-Zeiten war hier bis 1955 ein Jugendwerkhof. Das waren Umerziehungslager für straffällige oder nicht ins erwünschte Gesellschaftsbild passende Jugendliche, was vermutlich das gleiche bedeutete …

Es ist 16:30, als wir von so viel Düsternis und Geschichte genug haben und den steilen Pfad zum Parkplatz hinuntersteigen. Wir haben Hunger bekommen! Da kommt uns die Würstlbude dort rechts gerade recht! Wir bestellen scharfe Bratwürste und etwas gegen den Durst. Wir sind müde geworden und sitzen lange in den einfachen Bänken, bevor wir uns zur Heimfahrt aufraffen können.

Während wir im Parkhaus auf die Transalps klettern, ernten wir scheele Blicke der deutschen Motorradgruppe neben uns. Leute, wir können euer lautstarkes Geflüster über "fehlende Sicherheitskleidung" hören! Also erstens geht euch das nichts an und zweitens sagen wir auch nichts über eure Warnwesten. Auch nicht über die eurer Sozias. Was für unangenehme Klookschieter in "high visibility clothing"...

Der kühle Abendwind auf der Haut ist extrem angenehm, auf der kurzen Fahrt nach Hause. Es war so ein heißer und drückend-schwüler Tag! Schnell duschen und schon stiefeln wir zum letzten Abendessen "Am Weinberg". Pünktlich als das Essen kommt, bricht ein unglaubliches Gewitter los! 

Es regnet immer noch und es hat auf feine 19°C abgekühlt, als wir in unserem Zimmer sitzen und uns über die Karten beugen. Wir müssen uns noch eine Route ausdenken! Morgen gehts wieder Richtung Österreich, wir haben dazu zwei Tage Zeit...

Tageskilometer: 26 km (und 5 km zu Fuß)

5. Tag: Mittelndorf (Sachsen) / Svitavy (CZ)

Es hat die ganze Nacht geregnet und die Straßen sind noch feucht, als wir bei wolkenlosem Himmel aus dem Fenster schauen. 23°C erwarten uns, also Prämiumwetter fürs Motorradfahren! Schnell ist unser Zeug zusammengepackt (ein weiterer Vorteil minimalistischer Packlisten!) und um 8:00 sitzen wir schon beim Frühstück. Die Transalps haben wir mitgenommen, dann können wir gleich nach dem letzten Schluck Kaffee starten.

Um 9:30 ist es soweit! Unser erstes Ziel dieses Tages ist klar: die "Bikerhöhle" Pekelny Doly, die nur 60 km weit entfernt ist. Die kurze Strecke über Bad Schandau, unter dem Grenzgebäude durch und entlang des Elbeufers bis Hřensko haben wir schnell erledigt.

Durch die malerische Klamm finden wir die Einstiegstelle in die kleine Straße Nr. 25860, die uns über Růžová und Janská und weiter über die B13 nach Kamenický Šenov/Steinschönau bringt. Der große Parkplatz mit dem netten Imbiss steht heute verlassen da.

Wir fahren heute nur nach Karte durch unbekanntes Gebiet und "Freytag & Berndt" erklären uns, dass wir bei Novy Bor auf die B9 wechseln müssen. Ok, also bei diesem kleinen Kreisverkehr gen Osten. Die schmale Straße weitet sich zur Schnellstraße und wir fahren äußerst achtsam weiter. Bei Cvikov müssen wir die Straße verlassen! Wir hoffen inständig, dass Lindava angeschrieben ist.

Es ist nichts angeschrieben. Wir nehmen die erste mögliche Ausfahrt und ... stehen in komplett verwahrlostem Gebiet. Zerschlagene Fensterscheiben an abgewrackten Fassaden und Menschen, deren Äußeres ins deprimierende Gesamtbild zu passen scheint. Das kann doch nicht der Weg zur berühmten Bikerhöhle sein?! Nicht dieser schmale schlammige Pfad.

Jetzt nur keine Blöße geben und einfach immer weiterfahren. Wir paddeln an einigen Schlaglöchern vorbei und werden von den umstehenden Cvikover Männern erstaunt beobachtet. Doch irgendwie führt dieser Weg an einigen Autowerkstätten und Reifenhändlern vorbei auf die richtige Straße! Zumindest hoffen wir das, denn die ist jetzt doch etwas breiter.

Ganz langsam tuckern wir die Straße Nr. 26836 entlang. Nirgends ein Hinweis auf einen bekannten Biker-Treffpunkt. Himmel! Sind wir hier überhaupt richtig!? Irgendwie hatten wir uns das besser beschriftet vorgestellt! Wir stehen in Lindava und nirgends ein Zeichen der berühmten Bikerhöhle. Wir gucken gerade wieder in die Karte, als zwei tschechische Motorradfahrer vorbei knieschleifen und quasi am Rutscher uns mit der Hand deuten: "Folgt uns!".

Ahh, Motorradfahrer! Ein gutes Zeichen für einen Biker-Treffpunkt. Wir springen auf die Transalps und düsen ihnen nach. Nach wenigen Metern stehen wir an einer Kreuzung und ... schau, dort! Dort an dem Baum hängt ein verwitterter Holzpfeil "Pekelné Doly". Wir folgen dem Wegweiser auf einen schmalen Weg durch den dichten Wald. Plötzlich sehen wir linker Hand tiefe Höhlenlöcher im Felsen und stocken kurz. Aber nein, das ist nicht die Bikerhöhle. Wir wissen von Google Streetview, dass da eine Art Auffahrt ist.

Nach ein paar Metern sind wir wieder orientiert und tuckern die schräge Zufahrt zur berühmten "Bikerhöhle" hinauf. Hui, da sind wir heute aber nicht die einzigen! Der kleine Parkplatz ist bummvoll! Nach einem kurzen Orientierungsstopp treten wir den 1. Gang hinunter und fahren in die Höhle ein. Boah, finster!

Und viele Menschen! Und -verdammt- wie gehts da weiter? Die größte Höhle des Elbsandsteingebirges ist verwinkelter, als man glaubt! Zwischen versifften Sofamöbeln und herumstehenden Menschengruppen finden wir wieder ans Tageslicht. Was für ein irres Erlebnis!

Jetzt parken wir die Transalps fotogerecht vor dem Felsen und suchen uns einen hübschen Tisch. Didi holt zwei Cola von der Bar und jetzt schauen wir mal. Das ist ein verrückter Biker-Treff! Die Kulisse dieses Motorrad-Clubheims ist außergewöhnlich. Die branchenüblichen Totenschädel, Adler und Skelette - aber eben in und um eine Höhle drapiert. Das ganze schaut aus wie eine wüste Rockerkneipe aber letztendlich trifft man hier doch die ganz normalen GS1200-Fahrer mit Navi und Klapphelm. 

Sonst geht es hier offensichtlich um "Sehen und Gesehen werden", so wie immer an solchen Treffs. Viele Deutsche sind hier, klar, die haben nicht weit. Leider kommen wir mit niemandem ins Gespräch und mit den Tschechen besteht das bekannte Sprachproblem. Wir trinken aus und klettern auf die Transalps. Der Abgang erfolgt dann stilgerecht, ganz rechts in die Höhle, irgendwie durch und dann kommt man ganz links wieder ´raus und tuckert die Abfahrt hinunter. So machen wir das!

Wir biegen nach links ab und cruisen weiter auf der B268/B16. Die schmale Straße schwingt 50 km gemächlich dahin, ab und zu kommen wir durch eine winzige Siedlung ohne Namen. Irgendwann weitet sich die Landschaft und bei Přepeře sind wir wieder im sehr flachen Land. Wir fahren auf die B16 auf, die den Charakter einer ziemlich langweiligen Schnellstraße besitzt. 

Wir lassen die Transalps einfach gleichförmig dahinlaufen und hängen unseren Gedanken nach. Irgendwann durchqueren wir die Kleinststadt Jičín und wechseln auf die B35. War es weiter westlich schon öd-flach, so war das abwechslungsreich gegen diese Strecke! Völlig gleichförmig geht es über die weiten Ebenen, das Auge findet nichts, um sich festzuhalten. 

Nach ca. 50 km erreichen wir Hradec Králové. Es ist heiß geworden und wir stauen durch die Verkehrshölle. Wie überall in Tschechien sind auch hier unzählige Baustellen. Wir haben viel Zeit, die hohen Plattenbauten zu beobachten, die das Stadtbild prägen. Den wunderbaren historischen Marktplatz sehen wir nicht. Diese Stadt wäre allerdings einen eigenen Besuch wert! Ihr deutscher Name lautet "Königgrätz" ...

Hier besiegten die Preußen 1866 die Österreicher und die Folgen waren weitreichend! Die Preußen übernahmen halb Deutschland, und Österreich verlor zB die Mitherrschaft über Schleswig-Holstein (!) und die Dolomiten (!) und Teile des Gardasees (!) an Italien. Erst 150 Jahre her ... wir finden solche Vorstellungen spannend! 

Immer öfter lesen wir Hinweisschilder auf Pardubice, das ganz in der Nähe liegt. Angelika kriegt trotz den mittlerweile 30°C Gänsehaut. Als Jugendliche schon hat sie gegen das unfassbar grausame "Pferderennen" dort demonstriert. Tierfolter und -mord zur Belustigung. Eine verrottete Gesellschaft, die so etwas zulässt, sogar feiert!  Mit Wut im Bauch fährt sie weiter.

Nach 70 ereignislosen Kilometern über flaches Land erreichen wir Mikuleč, einen Vorort von Svitavy/Zwittau. Wir gucken noch schnell auf Googlemaps für den kürzesten Weg ins Quartier, das wir heute morgen spontan über eine App gebucht haben. Die kurze Strecke ist gleich geschafft und ohne Verzögerung holpern wir durch die für Kraftfahrzeuge gesperrte Innenstadt direkt vor das kleine B&B. Geschafft! 

Es ist 17:00 und die beiden Damen haben bereits auf uns gewartet. Mit stoischer Unfreundlichkeit (oder tschechische Distanziertheit? Wir wissen es nicht.) werden wir eingecheckt. Wir beziehen ohne Umschweife unser Luxuszimmer im obersten Stock und nach einer ausgiebigen Dusche stiefeln wir in die Pizzeria im Erdgeschoß. Während wir aufs Essen warten, googlen wir ein bissl über Svitavy und uns wird bestätigt, was wir die ganze Zeit schon im Hinterkopf hatten:

Zwittau! Oskar Schindler! Schindlers Liste! Wir sind in der Geburtsstadt dieses großen Mannes und hier steht sein Elternhaus. Oh wie spannend! Plötzlich haben wir es eilig und mampfen die leckere Pizza eilig weg. Dann werfen wir Googlemaps an und spazieren los. Es ist ein hübsches Stück zu Fuß und wir sehen die einfachen Häuser mit den beige-grauen Fassaden einer tschechischen Kleinstadt. 

Und dann spazieren wir durch den Jan-Palach-Park, dem die Trockenheit dieses Sommers schwer zugesetzt hat, und plötzlich stehen wir vor dem massiven Gedenkstein. Schmucklos und karg ist dieser Ort. Das Denkmal wurde erst 1994 anlässlich der Premiere von Spielbergs Film in Schindlers Geburtstadt Zwittau errichtet.

Wir stehen andächtig davor und schauen hinüber, zu seinem gegenüber stehenden Elternhaus. Ebenso schmucklos und karg ist die Fassade. Keine Tafel erzählt vom ehemaligen Bewohner! Wir erfahren, dass die derzeitigen Mieter sehr wohl wissen, in wessen Haus sie wohnen und eine Tafel an der Wand nach einigen Vandalismus-Akten strikt ablehnen. 

Nachdenklich gehen wir in die Innenstadt. Warum verstecken die Zwittauer so verschämt ihren berühmten Landsmann? Warum wird dessen Präsenz hier - abseits eines kleinen Museums - nicht touristisch genutzt? Der Hauptplatz hingegen ist historisch bemerkenswert und wunderschön!

Uralte Häuser dicht an dicht und alle bunt renoviert. Oh, hier gefällt es uns! Kein Vergleich zum grauen Jihlava! Nur leider finden wir kein nettes Café, also stiefeln wir noch einmal in die Pizzeria. Es ist immer noch mild bei 20°C, als wir den Abend bei einem Glas Wein ausklingen lassen...

Tageskilometer: 250 km

6. Tag: Svitavy (CZ) - Wien

Ein heißer Tag kündigt sich an, als wir unser Klump zusammenpacken und zum Frühstück schreiten. Die Damen des Hauses sind immer noch abweisend, aber das Frühstück ist klasse! Wir bekommen ein ziemlich perfektes Rührei und Mengen an Speck und Käse. 

Gestern abend haben wir noch die Karte studiert und gegoogelt. Wir haben uns für "Luftlinie nach Österreich" entschieden, denn wir haben noch eine besondere Sehenswürdigkeit am Weg entdeckt! Oskar Schindlers Fabrik in Brünnlitz - ja, die aus dem berühmten Film! - liegt auf unserem Weg. Der Ort heißt jetzt Brněnec und ist nur 15 km entfernt. Wir sind zuversichtlich, den großen Gebäudekomplex in der 1500-Seelen-Gemeinde leicht zu finden. Wir haben die Bilder auf Googlemaps gesehen... Also los!

Die B43 führt durch verlassenes Gebiet. Die Felder sind staubig und die Dörfer scheinen wie ausgestorben und sie haben allesamt schon bessere Zeiten gesehen. Nach genau 14 km verlassen wir die Hauptstrasse halb rechts und tuckern vorsichtig über einen schmalen Güterweg über die Gleise der Bahn. Das da vorn muss schon Brněnec sein, also Augen offen halten! 

Der kleine Ort wirkt verwahrlost. Heruntergefallene Fassaden, kaputte Straßen, lieblose Vorgärten. Das Tschechien abseits der Touristen-Trampelpfade? Wir fahren dann mehrmals durch Brněnec und ... können die Fabrik einfach nicht finden! Wir können auch niemanden fragen, denn erstens Sprachproblem und zweitens ist niemand da. Kein Schild, kein Hinweis auf einen weltbekannten Platz, einen weltbekannten Namen? Das gibts doch gar nicht! 

Wir schwitzen in unsere Textilkombis und haben schon enttäuscht aufgeben, da kommen wir an einem rot-weißen Absperrband vorbei, das den Zutritt zu einer enormen Schutthalde verbietet. Moment! Hier sind wir richtig!

Die bekannten (und noch 2017 hier stehenden!) Häuserruinen sind weg, aber das Eingangstor ist in Fragmenten noch erkennbar. Wir klettern von den Transalps und Angelika betritt das Gelände. Das nachlässig gebundene "caution tape" wirkt doch einladend! 

Angelika hat sich an der Universität intensiv mit dieser Geschichte beschäftigt und hat nun Herzklopfen, als sie achtsam Schritt vor Schritt setzt und über große Schuttberge die allerletzten Ruinen dieses berühmten Ortes fotografiert. Die Sonne brennt vom Himmel und ausser flirrenden Insekten ist nichts zu hören, als sie ratlos zwischen den Fragmenten der Gebäude steht, die Geschichte geschrieben haben.

Warum? Warum schaut das hier so devastiert aus? Das Areal steht seit 2016 unter Denkmalschutz und noch 2017 standen alle Gebäude als Ruinen an ihrem Platz! Wir haben allerdings über das äußerst schwierige Verhältnis von vielen Tschechen zu ihrem berühmten Landsmann gelesen. 

Vorsichtig betritt Angelika über Haufen von Glasscherben und verrosteten Stacheldraht eines der Gebäude. Die Rettung der 1.200 Juden durch Oskar Schindler ist heuer 73 Jahre her und diese Fabrik war bis 2009 wieder eine Textilfabrik, wie vor 1944. Gerichtsstreitigkeiten und Umweltsünden verhinderten lange geklärte Besitzverhältnisse.

Nun will ein Stiftungsfond hier bis 2019 eine moderne KZ-Gedenkstätte errichten und die alten Ruinen einbinden. Das wird niemals etwas, wenn man sich das hier ansieht! Und wahrscheinlich haben auch zuwenige Einflussreiche ehrliches Interesse daran...

"Wenn einer einen Menschen rettet, so ist es, als ob er eine ganze Welt gerettet hat." (Talmud)

Plötzlich wird das Gefühl übermächtig, gar nicht hier sein zu dürfen. Angelika stiefelt mehr eilig als vorsichtig wieder zum Ausgang. Sie zeigt Didi, der bei den Transalps gewartet hat, beeindruckt die Fotos und beschließt, sie bald auf Googlemaps hochzuladen. Die Bilder von 2017 sind nicht mehr aktuell! 

Nach dieser Besichtigung wollen wir eigentlich nur mehr nach Hause. Die nächsten 50 km sitzen wir stur ab.

Bei einer großen Tankstelle kurz vor Brünn rufen wir nochmals eine Pause aus. Boah, es ist heiß geworden! Wir füllen ein letztes Mal 95er Benzin in die Transalps und holen uns kalte Getränke. Oh, hier gibts Hotdogs! Erinnerungen an die großartigen Ostepølse bei CircleK in Norwegen werden wach. Doch während dort ein Hotdog etwa 8.- kostet, werden hier nur 1,20 dafür ausgerufen. Wahnsinn, oder?

Rund um Brünn herrscht viel Verkehr. WIr umrunden die Stadt auf der Autobahn und werfen ausgiebige Blicke auf die ebenso monströsen wir pastellbunten Plattenbausiedlungen am Stadtrand. Das schaut doch irre aus! Ereignislose 50 km später stehen wir in Mikulov an der österreichischen Grenze.

Die Stadt liegt malerisch und eng gedrängt auf einem Hügel und wir wollen dort einen guten Kaffee trinken! Doch hier scheint überall Fahr- und Einfahrtverbot zu herrschen, also geben wir rasch auf. Bei einem kleinen Imbissstand an einem verwirrenden Grenz-Kreisverkehr trinken wir noch ein kaltes Cola, bevor wir über die österreichische Grenze tuckern.

Unseren Kaffee finden wir dann in einer Konditorei am prächtigen Hauptplatz von Wolkersdorf, wenige Kilometer vor Wien. Hier feiern wir unseren Abschluß einer interessanten, spannenden und lehrreichen Tour in zwei unbekannte Länder!

Tageskilometer: 205 km

Thema: Sächsische Schweiz - Tschechien (Aug 2018)

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zuletzt aktualisiert am 12.11.2018