Die Geschichte mit dem ÖAMTC-Schutzbrief

Es war also der 1. Juli 2015, der Tag, an dem wir von Dover kommend nach Aachen wollten. Der Tag, an dem Calais wegen Streiks gesperrt worden war, das Migrantenproblem dort eskalierte, unsere Fähre von Dover nach Boulogne-Sur-Mer fuhr und wir ab 12:00 mittags bei 39°C durch Belgien, Frankreich bis nach Deutschland mussten. Mit einem Wort: ein anstrengender Tag. Doch er sollte nicht so enden wie geplant...

19:30 Uhr
Wir halten beim LKW-Parkplatz "Hautes Ventes" auf der N3 etwa 28 km vor Aachen, um noch einmal kurz die Anreise ins Quartier "IBIS Marschiertor" zu checken. Unzählige wegen der Calais-Sperre gestrandete LKWs stehen da...und wir sind müde und erschöpft von der Hitze.

20:00 Uhr
Weiterfahren! Doch was ist das?! Didis Transalp springt nicht mehr an. Wir tippen zuerst auf den Regler, zum Glück haben wir Ersatz mit! Didi baut schnell den Regler ein. Ich schiebe das Motorrad zum Anstarten, es hat immer noch 35°C.

20:15 Uhr
Es ist offiziell: es ist nicht der Regler. Mehrere Anschiebversuche auch mit Hilfe starker LKW-Fahrer haben nichts gebracht. Verdacht auf Zellenbruch der Batterie! Wir wählen erstmals die ÖAMTC-Notrufnummer 120 und bekommen sofortige Hilfe zugesagt!

22:30 Uhr
Wir haben oft mit den netten Leuten vom ÖAMTC telefoniert und wir haben unsere mitgeführten Campingstühle aufgestellt, als endlich ein belgischer Abschleppwagen eintrifft. Es wird langsam finster.
Der Zellenbruch bestätigt sich, also Abschleppung. Aber wohin? Der Belgier will uns in die Gegenrichtung nach Spa führen, aber dort gibt es keine Werkstatt. Oder nach Verviere, aber dort gibt es kein Hotel. Was soll das?! In Aachen haben wir Hotel UND Werkstatt (wir hatten ja 2 Stunden Zeit für Google) und es ist näher als seine Vorschläge! Nun gut, um eine Barzahlung von 150.- führt er uns nach Aachen. Er lädt endlich die Transalp auf. Ich fahre hinterher.

24.00 Uhr
Ich stehe alleine auf einem finsteren Grenzparkplatz, unzählige gestrandete LKWs rund um mich. Der Belgier und Didi sind im düsteren Gebäude verschwunden, um einen Bankomaten für die Barzahlung zu suchen. In diesem einsamen Moment bin ich froh, dass der freundliche ÖAMTC-Mitarbeiter mich anruft und fragt, ob alles ok ist, ob er noch etwas helfen kann und dass wir Kontakt halten werden! Ach ja. Bankomaten gab es dort keinen, der Belgier wird langsam ungehalten und wir nicht weniger.

0:30 Uhr
Ankunft bei  "Motorrad Meyer" in Aachen, Abladen der toten Transalp am Firmenparkplatz. Ich kann bei einer naheliegenden Tankstelle noch 150.- besorgen (Kommentar des Tankwarts auf meine Freude, einen Bankomaten zu finden: "Mit uns Deutschen kannste einen Krieg gewinnen, nich wahr?") und der Belgier sucht zufrieden das Weite. Nicht ohne uns noch unwillig eine Quittung auszustellen...
Wir stellen beide Transalps auf den finsteren Firmenparkplatz und kleben Zettel mit unseren Namen/Telefonnummern drauf. Wir wollen am nächsten Morgen wiederkommen. Mittlerweile waren wir völlig erschöpft und müde. Das Bestellen eines Taxis (Gelobt sei Google!) geht dann schnell und um 1:30 waren wir endlich im Hotel und der Rezeptionist macht uns noch Pizza.

Am nächsten Tag sind wir um 10:00 in der Werkstatt und trotz zahlreicher Termine verbauen die netten Schrauber eine neue Batterie. Um 12:00 können wir die Werkstatt mit beiden Transalps verlassen! (Den Aufenthalt in Aachen haben wir dann verlängert, so bleibt Zeit für den Dom und ein wenig Entspannung, denn es hat wieder brütende 39°C.)
DANKE an "Motorrad Meyer" für die schnelle Hilfe! (Und dass wir euren Mineralwasserspender leeren durften.) :-)

Und der ÖAMTC-Schutzbrief?
Am 1.7. geschah die Panne, dann liefen ungeplante Kosten in Höhe von etwa 250.- an (Hotel, Taxifahrten, Abschleppung...).
Am 6.7. waren wir zuhause und übergaben dem ÖAMTC "Schanzstraße" alle Originalrechnungen und einen Kurzbericht.
Und am 10.7. war die ganze Kohle überwiesen!

Alles in allem war es Glück im Unglück und die großartige Betreuung vom ÖAMTC (wir führten unzählige nette Telefonate!) und "Motorrad Meyer" verdient hier ein fettes DANKESCHÖN! 


 

 

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zuletzt aktualisiert am 21.8.2017